Thementag 2025 - Matter out of Place

RepairCafé, Film und Apéro mit dem zuständigen Gemeinderat Thomas Wenk
Am 12. April fand ein Repair Café statt. Anschliessend konnte am Nachmittag der Film "Matter out of Place" im Kino gesehen werden. Der Film zeigt mit kraftvollen Bildern Apfall und kann schmerzlich bis lustig anzusehen sein. Beim anschliessenden Apéro konnte man sich über den Film austauschen. Der Gemeinderat Thomas Wenk erzählte uns anschliessend einige Hintergründe zum Abfall- und Recycling in Ins. Besonders über die neuere Plastiksammlung erfuhren wir interessante Fakten. 

Kunststoffrecycling in der Gemeinde Ins
In der Gemeinde Ins wird das Kunststoffrecycling über das System «Bring Plastic Back» organisiert. Haushalte sammeln Kunststoffverpackungen in kostenpflichtigen Sammelsäcken. Die gesammelten Kunststoffe werden der InnoRecycling AG übergeben und in Österreich sortiert und recycelt.

Immer wieder wird Kunststoffabfalll, welcher in Europa gesammelt wurde, in illegalen Deponien im Ausland aufgefunden:

Plastic Waste Trade

Dazu hat Greenpeace recherchiert, klicke hier um das zu lesen.

Abfall in der Schweiz
Die Schweiz produziert jedes Jahr rund 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall. Rund 74 Millionen Tonnen stammen aus der Bautätigkeit (Aushub-, Abbruch- und Rückbaumaterial).
Die Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Betrieben machen rund 6,1 Millionen Tonnen pro Jahr aus, also etwa 7 % des gesamten Abfallaufkommens.
Ein Mülllastwagen transportiert durchschnittlich etwa 10 Tonnen Abfall. Die jährlich anfallenden Siedlungsabfälle entsprechen somit rund 610'000 Lastwagenladungen. Aneinandergereiht ergäbe dies eine Kolonne von ungefähr 9'000 Kilometern – fast die Luftliniendistanz von Zürich nach Tokio.
Auf die Bevölkerung umgerechnet entstehen jährlich rund 680 Kilogramm Siedlungsabfall pro Person. Das entspricht ungefähr dem Gewicht eines grossen Motorrads.
Was geschieht mit unserem Abfall?
Seit dem Jahr 2000 werden in der Schweiz keine brennbaren Abfälle mehr deponiert. Nicht rezyklierbare Abfälle werden in Kehrichtverbrennungsanlagen energetisch verwertet. Dabei entstehen Strom und Fernwärme.
Kunststoff in der Schweiz


In der Schweiz fallen jährlich rund 790'000 Tonnen Kunststoffabfälle an.
Davon werden:
    •    rund 9 % (ca. 70'000 Tonnen) rezykliert,
    •    rund 83 % (ca. 660'000 Tonnen) in Kehrichtverbrennungsanlagen energetisch verwertet,
    •    rund 2 % (ca. 10'000 Tonnen) in Zementwerken genutzt,
    •    rund 6 % (ca. 50'000 Tonnen) wiederverwendet, beispielsweise in Textilien.
Diese Zahlen zeigen, dass heute nur ein kleiner Teil der Kunststoffabfälle tatsächlich recycelt wird.


Glasrecycling
Glas gehört zu den erfolgreichsten Recyclingmaterialien der Schweiz. Rund 99 % der Glasflaschen werden gesammelt und wiederverwertet.


Altlasten
Frühere Deponien und belastete Standorte verursachen bis heute hohe Kosten für die Sanierung. Die Beseitigung dieser Altlasten wird die Schweiz noch über viele Jahre beschäftigen. Infos dazu vom Bafu.


Mikroplastik
Mikroplastik sind Kunststoffpartikel mit einer Grösse von weniger als 5 Millimetern. Sie entstehen durch den Zerfall grösserer Kunststoffteile oder werden direkt in bestimmten Produkten eingesetzt.
Mikroplastik wurde unter anderem nachgewiesen in:
    •    Trinkwasser und Mineralwasser,
    •    Meeresfrüchten,
    •    Salz,
    •    Honig,
    •    Bier,
    •    sowie teilweise in Obst und Gemüse.
    
Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen
Die gesundheitlichen Folgen werden intensiv erforscht.

Infos dazu von Greenpeace gibt es hier.
Der heutige Wissensstand zeigt:
    •    Grössere Partikel werden meist wieder ausgeschieden.
    •    Sehr kleine Partikel können möglicherweise in den Blutkreislauf gelangen. Mikroplastik wurde bereits im menschlichen Blut und in weiteren Geweben nachgewiesen.
    •    Labor- und Tierstudien weisen auf mögliche Entzündungen, Zellstress und Auswirkungen auf das Immunsystem hin.
    •    Kunststoffe können Zusatzstoffe wie BPA oder Phthalate enthalten, die hormonell wirken können.
    •    Kunststoffe können Giftstoffe enthalten
Ob Mikroplastik beim Menschen langfristig gesundheitliche Schäden verursacht, ist derzeit noch nicht abschliessend geklärt. Internationale Organisationen wie die WHO und die EFSA empfehlen weitere Forschung. Aus Vorsorgegründen gilt es jedoch als sinnvoll, den Eintrag von Kunststoff in die Umwelt möglichst zu vermeiden und Recycling zu fördern.