Matter out of Place
In der Gemeinde Ins wird das Kunststoffrecycling durch das System «Bring Plastic Back» organisiert. Dieses Sammelsystem ermöglicht es Haushalten, Kunststoffe in kostenpflichtigen Sammelsäcken zu sammeln und dem Recycling zuzuführen. Die gesammelten Kunststoffe werden von der InnoRecycling AG verarbeitet, die sich auf das Recycling von Kunststoffen spezialisiert hat.
Hier ein paar Infos zum Thema Abfall in der Schweiz:
Die Schweiz produziert jährlich etwa 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall. Den größten Anteil daran hat die Bautätigkeit mit rund 74 Millionen Tonnen, bestehend aus Aushub-, Ausbruchmaterial und Rückbauabfällen. Siedlungsabfälle machen etwa 7% des gesamten Abfallaufkommens aus, was im Jahr 2020 etwa 6,1 Millionen Tonnen entsprach.
Ein typischer Mülllastwagen fasst ca. 10 Tonnen Abfall.
In der Schweiz wären das 610'000 Lastwagenladungen.
Aufgereiht würden sie eine Kolonne von etwa 9'000 Kilometern bilden – das reicht von Zürich bis Tokio (Luftlinie: ca. 9'500 km).
Müll in der Schweiz: Pro Person 6,1 Tonnen
Auf die Bevölkerung (rund 9 Millionen) heruntergerechnet: → ca. 678 kg Müll pro Person und Jahr → Das ist etwa das Gewicht eines Motorrads – pro Kopf, pro Jahr.
Seit dem Jahr 2000 werden in der Schweiz keine brennbaren Abfälle mehr deponiert. Stattdessen werden nicht rezyklierbare Abfälle in Kehrichtverbrennungsanlagen thermisch verwertet, wobei die entstehende Energie für Fernwärme und Stromproduktion genutzt wird.
Von den jährlich anfallenden 790'000 Tonnen Kunststoffabfällen werden etwa 9% (rund 70'000 Tonnen) rezykliert. Der Großteil, etwa 83% (rund 660'000 Tonnen), wird in Kehrichtverbrennungsanlagen thermisch verwertet, und etwa 2% (rund 10'000 Tonnen) in Zementwerken. Die restlichen 6% (rund 50'000 Tonnen) werden wiederverwendet, beispielsweise in Form von Textilien.
In der Schweiz werden Glasflaschen mit einer Verwertungsquote von 99% nahezu vollständig recycelt. Dies deutet darauf hin, dass nahezu alle Glasflaschen dem Recycling zugeführt werden.
Die Abfallbewirtschaftung birgt Altlasten in einem unglaublichen Umfang. Hier ein Artikel dazu: Altlastensanierung Schweiz
Mikroplastik
Mikroplastik in Lebensmitteln ist ein zunehmend erforschtes Thema – und obwohl noch vieles nicht abschließend geklärt ist, gibt es bereits einige besorgniserregende Hinweise.
💡 Was ist Mikroplastik?
Mikroplastik sind winzige Kunststoffpartikel kleiner als 5 Millimeter. Sie entstehen:
durch Zerfall größerer Plastikstücke (sekundäres Mikroplastik)
oder werden direkt in Produkten verwendet (z. B. in Kosmetika – primäres Mikroplastik).
🥗 Wie gelangt es in Lebensmittel?
Mikroplastik wurde gefunden in:
- Meeresfrüchten (z. B. Muscheln, Fische, da sie ganze Partikel aufnehmen)
- Leitungswasser und Mineralwasser
- Salz, Honig, Bier
- Obst & Gemüse (teils durch kontaminiertes Wasser oder Luft)
Was passiert im Körper?
Die Auswirkungen sind noch nicht vollständig geklärt, aber hier ist der aktuelle Stand:
1. Aufnahme & Verbleib
- Größere Mikroplastikpartikel (über ~150 Mikrometer) passieren den Darm meist unverdaut.
- Kleinere Partikel können möglicherweise in den Blutkreislauf oder Lymphsystem gelangen.
- 2022 fanden Forschende Mikroplastik im menschlichen Blut – was zeigt, dass es durch den Körper zirkulieren kann.
2. Mögliche gesundheitliche Effekte
- Entzündungen im Darm: Studien an Tieren zeigen, dass Mikroplastik die Darmflora stören und zu Entzündungen führen kann.
- Zellschäden: Einige Partikel führen in Labortests zu Zellstress oder Zellsterben.
- Störungen im Immunsystem: Tierstudien weisen auf geschwächte Immunantworten hin.
- Hormonstörungen: Viele Kunststoffe enthalten Weichmacher wie BPA oder Phthalate, die hormonell wirken können.
- Krebsrisiko: Indirekt durch Schadstoffe, die an Mikroplastikpartikeln haften (z. B. Schwermetalle, Pestizide), ist eine Langzeitgefahr nicht ausgeschlossen.
Fazit der Forschung
- Kurzfristig: Gesunde Menschen verkraften geringe Mengen wahrscheinlich ohne sofortige Schäden.
- Langfristig: Noch unklar, aber Risiken sind nicht auszuschließen – besonders bei chronischer Belastung.
- Empfehlung der WHO & EFSA: Weitere Forschung nötig, aber Vorsichtsprinzip ist sinnvoll.